Die Geschichte der Marktgemeinde Brand-Nagelberg

Die Gemeinde Brand-Nagelberg bestand ursprünglich aus den Ortschaften Alt-Nagelberg, Brand und Neu-Nagelberg. Die Erhebung zur Marktgemeinde erfolgte im Jahre 1927. Ein Fünftel des Gemeindegebietes musste nach dem 2. Weltkrieg im Zuge der Grenzveränderungen an die CSSR abgetreten werden. 1968 entstand die Großgemeinde mit den Orten Finsternau und Steinbach. Die Errichtung der Schmalspurbahn erfolgte bereits 1900.

 

Alt-Nagelberg

Der Ortsname soll sich von dem 522 Meter hohen Nagelberg herleiten. Viel wahrscheinlicher ist aber die Ableitung von Nagelschmieden, die einst hier ansässig waren. Der Siedlungsform nach liegt hier ein Gutsweiler mit neuzeitlichen Fluranlagen vor. Das ausgedehnte Waldgebiet lieferte Brennholz, Pottasche und Quarzsand. 1740 wurde die Niklashütte gegründet, die der Gemeinde ein Wirtschaftsfundament bot. Schon 1780 hatten gläubige Besitzer der Glashütte Nagelberg einen Altar errichten lassen. Die Hütte stand auf dem Platz der späteren Schmiede an der gegenüberliegenden Straßenseite des Herrenhausgartens. 1847 kaufte die Herrschaft Heidenreichstein die Glashütten und verpachtete sie an Carl Stölzle. 1858 erwarb dieser den ganzen Besitz. Er war durch die Ehe mit Amalia, der Stieftochter Johann von Beethovens (Bruder des Komponisten) zu großem Vermögen gelangt. 1868 brannte die alte Glashüttte ab. Ein neues großes Hüttengebäude wurde an der Stelle des heutigen Fabriksgebäudes errichtet. Die öffentliche Volksschule wurde 1885 gegründet. Die gesamte Glashütte vernichtete 1933 ein Brand. Danach entstand die Hütte in der heutigen Form. In das Jahr 1959 fällt die Einweihung des neuen Rathauses. 1960 erhob man die neu errichtete Kirche zur Pfarrkirche, die man unter den Schutzheiligen St. Josef den Arbeiter stellte. 1986 kaufte Manfred Swarovski die Glashütte in Alt-Nagelberg.  
  

Brand

Der Name "Brand" im Heidenreichsteiner Wald erinnert an den großen Waldbrand der Herrschaft Heidenreichstein am 10. Juni 1666. Brand als Siedlung finden wir erstmals 1686. Ein Visitationsbricht von 1705 besagt, dass zur Filialkirche Rottenschachen, das gleichnamige Dorf sowie Schwarzbach und Prond (Brand) gehörten. 1782 erhielt die Pfarre Zuggers (CSSR) auch Brand und Finsternau zur Seelsorge zugewiesen. 1784 verordnete die Regierung Kaiser Joseph II. , es möge auf Ansuchen der Gemeinden Brand und Finsternau auch ein Seelsorger dorthin bestellt werden. Bald wurde ein Bauplatz für Kirche, Pfarrhof und Schule gefunden. 1797 konnte der erste Gottesdienst abgehalten werden. Die Pfarrkirche liegt auf dem höchsten Punkt des Ortes und ist dem heiligen Andreas geweiht. Sie ist ein schlichter josephinischer Bau mit Zwiebelhelmturm. Das Hochaltarbild von Martin Johann Schmidt stellt die Kreuzigung des Apostels Andreas dar. 1796/97 wurde auch ein Schulhaus gebaut und 1787 der Friedhof geweiht. Dass Franzosenjahr 1809 bedeutete für die Gemeinde eine schwere Heimsuchung. Der Pfarrhof, die Kirche, das Schulgebäude, das Wirtshaus, 3 Bauernhäuser in Brand und 2 Bauernhäuser in Finsternau wurden angezündet. 100 Jahre trug der Kirchturm nur ein einfaches Notdach. Erst 1909 erhielt der Turm das schöne Dach im alten Stil. 1822 wurden bereits in Brand 66 Häuser gezählt. 1850 konstituierte sich Brand mit Nagelberg zu einer eigenen Gemeinde. 1927 wurde die Ortsgemeinde Brand zum Markt erhoben. Um 1880 gab es bereits eine Musikkapelle. 1911 erhielt der Pfarrhof ein Stockwerk aufgesetzt. Das Kriegerdenkmal wurde 1924 im Pfarrhofgarten errichtet. Ein Neubau ersetzte nach dem 1. Weltkrieg das alte Schulhaus. Die 1929 gegründete Feuerwehr schafft den 1. Leichenwagen an.    
  

Finsternau

Diese Streusiedlung an der Straße nach Heidenreichstein, nördlich von Brand, dürfte am Ende des 17. Jahrhunderts einstanden sein. Auch diese Siedlung ist eine Rodung der Herrschaft Heidenreichstein inmitten des Heidenreichsteiner Waldes. Der alte Flurname bezeichnet eine feuchte Wiese, die von finsterem Wald umgeben ist. 1715 bestanden bereits einige Waldhütten. In den Jahren 1752, 1753 und 1764 benützte Kaiser Franz Stephan, der Gemahl Maria Theresias, das herrschaftliche Jagdhaus als Wohnung, als er auf der Auerhahnjagd in dieser Gegend weilte. Dieses aus Holz errichtete Jagdhaus stand ehemals im "schwarzen Moos" und führt heute noch den Namen "Kaiserhaus". 1850 konstituierte sich der Ort zur eigenen Gemeinde. Seit ihrer Gründung gehörte die Siedlung zur Pfarre Zuggers (CSSR), 1784 wurde sie der neu gegründeten Pfarre Brand zugewiesen. Die erste Schule für die Kinder von Brand, Finsternau und Nagelberg war in den Jahren 1793 – 1796 ein hölzernes Stüberl eines Waldhüttenbauers in Finsternau Nr. 32. Die Brandkatastrophe von 1809 durch die Franzosen brachte auch in diesem Ort unheil. Die Gemeinde errichtet 1910 eine eigene Volksschule, die 1964 aufgelassen wurde.
 

Forsthartl

Die kleine Streusiedlung südlich von Steinbach ist eine junge Ortsgründung am Rande des Hartwaldes. Der erste Teil des Ortsnamens "Forst" bezeichnet einen herrschaftlichen Wald, der zweite Namensteil "-hartl" ist wohl eine Verkleinerungsform zu hart. Der Ort bestand bereits 1744 unter dem Namen "Waldhäusl am Härtl". Ein Teil des Gebietes um zwischen Forsthartl und Steinbach heißt heute noch "Waldhäusl". Im Ort steht eine Kapelle neuerer Zeit. Das Dorf hatte 1822 immer noch 9 Häuser. 1850 vereinigte sich Forsthartl mit der Gemeinde Steinbach.
 

Großnagelberg

Diese Rotte westlich von Brand, war ursprünglich eine sumpfige Waldf läche. 1740 wurde ein Bauernhaus bestiftet, dazu kamen 1812 ein herrschaftliches Jägerhaus und einige Kleinhäuser. Die Häuser sind nicht mehr bewohnt.
 

Holzschlaghäuser

Nördlich von Alt-Nagelberg, an der Straße nach Brand liegt diese aus dem 19. Jahrhundert stammende Siedlung, die nach dem 2. Weltkrieg noch stark ausgebaut wurde.
 

Neu-Nagelberg

Diese Siedlung liegt an der Bundesstraße, die zu einem Grenzübergang zur CSSR führt. Das erste Haus wurde vermutlich in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts gebaut. Zu den ältesten Gebäuden zählt das alte Brauhaus, das 1788 bestanden hat. In den Jahren 1811 – 1816 erbaute Anton Weigl auch hier eine Glasfabrik, die "Neuhütte". Carl Stölzle kaufte 1858 auch diesen Betrieb. 1874 erbaute man ein Sägewerk, der Betrieb musste 1930 eingestellt und das Gebäude 1935 weggerissen werden. 1870 wurde eine Bierbrauerei errichtet. In der Nacht zum 09. Mai 1933 zerstörte ein Brand die gesamte Glashütte. Seit 1881 befand sich in diesem Ort eine Volksschule, die 1972 aufgelassen wurde. Das Haus der Volksschule widmete man 1982 zu einer Jugendherberge um.
 

Steinbach

Dieses Dorf mit Waldhufenanlage liegt an der Straße, die von Schrems zur Grenze führt. Der Ortsname bezeichnet einen "steinigen Bach".
 1369 waren in Staynpach bereits 24 Häuser. 1686 verkaufte man den Ort an die Herrschaft Litschau, 1788 tauschte man gegen die Ortschaft Schandachen wieder an Heidenreichstein zurück. Etwa 1775, also zur Zeit der Kaiserin Maria Theresia, wurde die Kapelle erbaut. Sie ist dem heiligen Antonius geweiht. Die Schule in Steinbach bestand bereits 1768. 1972 wurde der Schulbetrieb eingestellt.
 Von 1867 – 1903 hatte der Ort eine eigene Post im Mölzerhaus. 1984 beschädigte ein Sturm die Dorfkapelle schwer.
 

Die Geschichte der Marktgemeinde Brand-Nagelberg kann auch im Buch „Land und Glas“ nachlesen werden; erhältlich am Gemeindeamt.

 

 

KONTAKT

Marktgemeinde Brand-Nagelberg
Hauptstrasse 117
3871 Alt-Nagelberg
Tel: +43(0)2859 7217
Fax: +43(0)2859 7217-17
Mail: info@brand-nagelberg.at

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